Gaelic Football

Immer dienstags: Heute berichtet Ralf Sotscheck über eine Spitzen-Mannschaft, die das Scheitern perfektioniert hat und seit 70 Jahren die irische Meisterschaft nicht mehr gewinnen konnte. Der Fluch eines Pfarrers ist schuld.

Es bleibt dabei: Mayo ist verflucht. Heinrich Böll wunderte sich in den fünfziger Jahren, warum die Iren immer „God help us“ sagen, sobald der Name der nordwestirischen Grafschaft fällt. Aber am Samstag blieb Gottes Hilfe aus. Mayo verlor das Endspiel im gälischen Fußball gegen die nordirische Grafschaft Tyrone. Das Finale ist der Höhepunkt im irischen Sportkalender.

Ralf Sotscheck

Die Irland-Kolumne von Ralf Sotscheck.  Der Berliner Journalist lebt seit 1985 in Irland und ist irischer Staatsbürger. Er pendelt zwischen Stadt und Land, irischer See und Atlantik, zwischen Dublin und einem Dorf im Burren. Ralf arbeitet als Irland-Korrespondent für die tageszeitung (taz) und schreibt Bücher, vorzugsweise über Irland und die Iren. Er hält Vorträge, Lesungen und ist ein brillanter Unterhalter. Seine Irland-Kolumne erscheint dienstags auf Irlandnews. Ralfs Website: www.sotscheck.net. Foto: Derek Speirs

Beim Gaelic Football geht es darum, den Ball im gegnerischen Tor unterzubringen. Das zählt drei Punkte. Geht er über die Querlatte zwischen den – theoretisch bis in den Himmel – verlängerten Pfosten, gibt es einen Punkt. Torrichter in weißen Fleischerkitteln wachen mit Argusaugen über die Flugbahn und signalisieren einen Punktgewinn mit Fähnchen. Der Ball darf mit der Hand gespielt, muss jedoch mit dem Fuß vom Boden aufgenommen werden. Über die Behandlung der Gegenspieler gibt es strenge Vorschriften, was unbedarfte Zuschauer kaum für möglich halten. Auch am Samstag gab es kurz vor Schluss eine zünftige Schlägerei.